Quelle: Märkische Allgemeine, Zossener Rundschau, 16.12.2008 Nanotransporter zur Tumorbekämpfung Forschung Positive Bio-Bilanz im Jahr 2008 / Region wird als Produktionsstandort bekannter
Im BIOTECHNOLOGIEPARK LUCKENWALDE wurde in der vergangenen Woche Bilanz fürs Jahr 2008 gezogen. Zur gemeinsamen Jahresveranstaltung gehörten kurze Einblicke in die aktuelle Forschung und Wirtschaft.
von Gertraud Behrendt
LUCKENWALDE Kai Bindseil zog eine positive Bio-Bilanz für 2008. Der Leiter des Netzwerks „Bio-Top Berlin-Brandenburg“, verglich die Situation mit 2000 – einem Spitzenjahr bezüglich Kapitalzufluss und Arbeitsplatzaufbau – und der Lage nach dem 11. September 2001, als die Finanzmärkte zusammenbrachen „während die Biotechstatistiken noch sehr gut waren“.
Auch jetzt sei die Branche bestens aufgestellt. Deshalb eröffnen bedeutende Pharmaunternehmen hier Dependancen – wie Pfizer in Berlin und Nycomed in Brandenburg. „2008 gibt es kaum Unternehmensausfälle. Aber die Sparzwänge der Kunden stimmen bedenklich.“ Deshalb brauche die Biotech-Branche zielgenaue Fördermittel von Bund und Land.
Einer der Ansprechpartner, der Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung des Brandenburger Wirtschaftsministeriums, Reinhardt Oehler, war der Einladung von Bio-Top und Bio Deutschland gefolgt. Er sei zuversichtlich, dass die erfreuliche Entwicklung der Biotechnologie in der Region auch in Zukunft fortgeschrieben werden könne. „Es verlangt langen Atem und Kontinuität in der strategischen Ausrichtung der Wirtschaftspolitik. Diese Kontinuität – das kann ich Ihnen für das Wirtschaftsministerium Brandenburg versichern – ist in der gemeinsamen Innovationspolitik der beiden Länder Berlin und Brandenburg gewährleistet.“ Damit die Gäste einen Einblick erhielten, welche innovativen Methoden erforscht werden, kamen Wissenschaftler zu Wort. Professor Rainer Haag forscht an der FU Berlin in der Nanomedizin. Nano ist ein Milliardstel einer Einheit. Dennoch könne ein Nanotransporter genutzt werden, um Stoffe in poröses Tumorgewebe einzubringen.
Mit Tumor-Stammzellen befasst sich auch Christian Regenbrecht vom Max-Planck-Institut für Molekular-Genetik. „Alle Zellen innerhalb des Tumors haben dieselbe Funktion.“ Es gebe aber eine Hierarchie. „Die Pharmaindustrie hat nur geschaut, welche Medikamente schrumpfen den Tumor schnell. Aber nicht, welche Substanzen erwischen die Tumorzellen, die für das schnelle Wachstum verantwortlich sind. Diese Hierarchie ist aber äußerst wichtig“, sagte er. Enzyme für toxikologische Untersuchungen ist das Forschungsgebiet von Katrin Scheibner. Die Professorin der Fachhochschule Lausitz arbeitet nicht nur mit Studenten daran, wie aus Pilzen Enzyme gewonnen werden können. Ihre Partner sind der Weltmarktführer in der Enzymherstellung und auch zwei Firmen im BIOTECHNOLOGIEPARK LUCKENWALDE: Chiracon und LGC.





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